Schlehe

(Prunus spinosa)

Infos zur Schlehe

Im März erscheint eine der ersten auffallenden Blüten im Jahr, nämlich die der Schlehe. Die reinweißen Blüten leuchten zu dieser Jahreszeit besonders, weil die wenigsten Gehölze in der Zeit schon Blätter tragen. Das freut natürlich auch die Insektenwelt!
Die Schlehe wächst am liebsten auf sonnigen Standorten und kann auch Trockene und sehr Steinige Untergründe gut vertragen. Durch ein ausgeprägtes Flachwurzelsystem ist sie in der Lage dichte Bestände durch Ausläuferbildung zu erzeugen, wobei die einzelne Pflanze meist nicht älter als 40 Jahre wird. Da die Schlehe oft an Waldrändern und auf mageren Standorten wächst, ist der Fraßdruck ziemlich hoch.. Um zumindest nicht so leicht von Rehen und anderen sog. ‚Megaherbivoren‘ gefressen zu werden, bildet die Schlehe einige ihrer Kurztriebe zu Dornen um.
Das freut auch den Neuntöter, eine Vogelart die gerne Vorratshaltung betreibt, indem sie ihre Beute auf die Dornen von Gehölzen spießt.

Die Schlehe erzeugt runde, dunkelblaue Früchte die ab Oktober beginnen zu reifen. Doch erst nach Frosteinwirkung bauen sich genügend Bitterstoffe ab um die Früchte auch wirklich schmackhaft zu machen. Die Früchte der Schlehe bleiben den gesamten Winter am Gehölz hängen und dienen somit vielen Tieren als Winternahrung.
Auch der Mensch machte sich die Schlehe schon in der Jungsteinzeit zu Nutzen und half wahrscheinlich sogar bei deren Ausbreitung nach Norden.
Die Früchte können im unreifen Zustand wie Oliven eingelegt werden, oder im reifen Zustand zu Saft, Likör, Wein oder Aufstrichen verarbeitet werden. Gerade nach Infektionskrankheiten ist Schlehensaft ein hervorragendes Stärkungsmittel!

Die Schlehe bei Ecogon

Die Schlehe zählt zu einer der wichtigsten Wildsträuchern für die heimische Tierwelt. Durch ihre frühe Blüte gibt sie zahlreichen Insekten zu einer Zeit Nahrung in der es noch nicht viel andere Blüten gibt. So ernähren sich etwa 20 Wildbienenarten, etliche Schmetterlinge und Käferarten von den Blüten. Doch auch die Blätter sind wichtige Nahrungsgrundlage für Raupen von zum Teil bedrohten Faltern.
Durch ihren verzweigten Wuchs und die Dornen eignet sich der Brusch hervorragend als Platz für den Nestbau von Vögeln. Etwa 20 Vogelarten ernähren sich sogar im Winter von den Früchten der Schlehe.
Dieses Potenzial des Strauches kann durch die Symbologie bei dem Umweltbildungsspiel Ecogon nur unzureichend dargestellt werden. Dennoch ist ihr Wert bei dem Spiel nicht zu unterschätzen!

Info

Größe:Ø3m
Blüt:März – April
Typ:Busch

Taxonomie

Familie:Rosengewächse (Rosaceae)
Ordnung:Rosenartige (Rosales)
Klasse:Bedecktsamer (Magnoliopsida)