Weißtanne

(Abies alba)

Infos zur Weißtanne

Die Weißtanne ist ein Nadelbaum der Superlative. Sie kann in Ausnahmefällen über 60m hoch werden und einen Stammumfang von über 12m erreichen. Damit ist sie die größte heimische Baumart, erreicht allerdings ’nur‘ ein Maximalalter von um die 500 Jahre.
Ein weiteres Superlativ ist ihre Schattentoleranz. Die Weißtanne kommt auch mit geringen Lichtverhältnissen gut zurecht und wächst sogar in dichten Buchenwäldern noch gut heran. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt allerdings mehr in bergigen Regionen Mittel-, Süd- und Osteuropas.
Dabei ist sie was den Boden angeht sehr anspruchslos. Ihr gut ausgebildetes, teils über 10m vom Stamm reichendes, tiefes Wurzelsystem kann die Weißtanne besser versorgen als vergleichbare Nadelbäume. Dadurch kann die Tanne auch besser mit Trockenperioden umgehen als zum Beispiel die Fichte, was der Weißtanne eine wichtige Rolle im Waldbau der Zukunft bieten könnte.
Wird ein Tannenbestand richtig gepflegt, bzw. in ruhe gelassen, ist diese Baumart unglaublich vernetzungsfreudig. So treten häufig Wurzelverwachsungen zwischen einzelnen Bäumen auf bei der die Wurzelsysteme mehrerer Bäume zusammen hängen und Nährstoffe und Wasser ausgetauscht wird. Das ganze wird noch von sogenannten Mykorrhizapilzen unterstützt, die mit ihrem Pilzgeflecht ebenfalls in engen Austausch zu den Bäumen um sie herum treten.

Wenn die Bedingungen stimmen wird die Weißtanne je nach Standort zwischen 25 und 70 Jahren geschlechtsreif. Ihre windbestäubten Blüten entwickeln sich zu aufrecht stehenden Zapfen, die nicht wie bei der Fichte im ganzen Abfallen können, sondern mit der Zeit am Ast zerfallen. Das ist eines der besten Unterscheidungsmerkmale zur gemeinen Fichte (Picea abies). Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass die Weißtanne im Alter eine sogenannte Storchennestkrone ausbildet. Das heißt irgendwann reduziert sich das Wachstum des Haupttriebes an der Spitze und die Seitentriebe werden im Verhältnis größer. So entsteht eine abgeflachte verzweigte Krone.

Die Weißtanne bei Ecogon

Nicht nur die im Herbst reifenden Samen der Tannenzapfen sind begehrte Leckerbissen für Vögel uns Säugetiere. Auch die Nadeln sind eine wichtige Futterquelle für diverse Falterarten mit lustigen Namen wie: Spinner, Spanner, Eulen und Nonnen.
Im Vergleich zur Rotbuche und Fichte wird die Weißtanne bevorzugt von Rehen und Hirschen verbissen. Dieser Umstand und eine sehr hohe Schadstoffempfindlichkeit des Baumes hat zu einem deutlichen Rückgang des Bestandes geführt. Doch als in den 80er Jahren die Rauchgasentschwefelung für die Industrie eingeführt wurde, hat sich zumindest diese Schadstoffeinwirkung auf die Tannenbestände reduziert. Trotzdem wird die Weißtanne auf der Roten Liste der gefährdeten Arten Deutschlands als ‚gefährdet‘ eingestuft.

Aufgrund ihrer Schattentoleranz wurde die Weißtanne natürlich als Waldbaum bei dem Umweltbildungsspiel Ecogon eingeordnet. Gerade der Borkenkäfer und die Baumläuse freuen sich nicht nur im Spiel über diese Baumart.

Info

Größe:30 – 50m
Blüt:April – Juni
Typ:Nadelbaum

Taxonomie

Familie:Kieferngewächse (Pinaceae)
Ordnung:Koniferen (Coniferales)
Klasse:Coniferopsida